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Der Akt ist das Latein des Malers

Ob sie in früheren Jahrhunderten größer war, ist umstritten. Zwar ist das Interesse für den Körper, seine Pflege, seine Durchbildung und Bewegung auch in natürlich unbekleideten Zustand in unserer Zeit wieder ganz bedeutend gestiegen, doch die Darstellung des unbekleideten Körpers ist in der modernen Kunst merklich zurückgegangen...

Aus Laienkreisen kommt manchmal die Frage, warum überhaupt Akte gemalt werden. Von Lovis Corinth soll der treffliche Ausdruck stammen „Der Akt ist das Latein des Malers"

Der Akt ist von jeher in der Kunst das Symbol der Idealisierung gewesen. Dabei ging man von der Auffassung aus, dass nur das Schöne darstellungswert sei, eine Anschauung, die sich zu Zeiten des Naturalismus gewandelt hat. Das hat jedoch mit dem künstlerisch Darstellerischen nichts zu tun und ist vielmehr Sache der persönlichen Einstellung. Es soll an dieser Stelle einmal erwähnt werden, dass es grundsätzlich zwei Arten von Körpern gibt.

"Sicher", höre ich jetzt, "gute und schlechte!"

So wird es auch oft dargestellt und ich denke, dass diese Bewertung und Einordnung einmal eines der Themen einer Ausstellung des Aktes sein sollte. Richtig ist, dass es zwei Arten gibt.


Jedoch nicht "gut und schlecht" bilden den Unterschied sondern "echt und unecht"

M.H. Ulrich

 

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